Kurzantwort
Was Sie zuerst wissen müssen.
Für den Netzanschluss einer PV-Anlage im Kanton Solothurn müssen Anschlussgesuch, technische Anschlussbedingungen, Installationsanzeige, Zählerwechsel, Werkabnahme und Sicherheitsnachweis vor der Inbetriebnahme zusammenpassen. Ab 30 kVA kommt die Pronovo-Erfassungspflicht für Herkunftsnachweise dazu; der konkrete Ablauf richtet sich nach dem lokalen Netzbetreiber am Anschlusspunkt.
Wichtig
Stand 2026 ist die wichtigste Grenze beim Netzanschluss im Kanton Solothurn die Trennung zwischen baurechtlicher Freigabe und technischer Anschlussfreigabe: Eine 30-Tage-Meldung bei der Gemeinde ersetzt weder TAG, Installationsanzeige, Zählerwechsel noch Sicherheitsnachweis beim Netzbetreiber. Ab 30 kVA kommt die Pronovo-Erfassungspflicht für Herkunftsnachweise als eigener Arbeitsschritt hinzu.
Entscheidungen
Woran sich der richtige Weg entscheidet.
Der zuständige Netzbetreiber ist der erste harte Filter: Regio Energie Solothurn nennt für eine private PV-Anlage ausdrücklich die technische Anschlussbewilligung, eine Prüfung des Zählers, mögliche Abnahme vor Ort und die Inbetriebnahme. In Olten verweist a.en zusätzlich auf die Werkvorschriften WV BE/JU/SO 2025 und auf Elektroform für TAG, Installationsanzeige und SiNa.
Das Anschlussgesuch gehört vor den Baubeginn, weil Primeo in ihrem 9-Schritte-Merkblatt zuerst das Anschlussgesuch und erst danach Vertrag, Installationsanzeige, Netzanschlussofferte und Netzbauten nennt. Wenn Netzbau oder Trafokapazität nötig werden, kann laut Primeo die Umsetzung mehrere Monate beanspruchen.
Die Installationsanzeige ist kein Formularnachtrag: Primeo beschreibt sie als Dokument, das den technischen Aufbau der Photovoltaik-Anlage und die Spezifikationen für die Anpassung des Netzanschlusses zeigt. a.en verlangt, dass Installationsanzeige, TAG und SiNa elektronisch über Elektroform zugestellt werden.
Der Zähler entscheidet über den offiziellen Produktionsstart: Primeo hält fest, dass bei der Werkabnahme vor Ort der bestehende Stromzähler bei Bedarf ausgetauscht wird und die Anlage ab diesem Zeitpunkt offiziell Strom produzieren darf. Regio Energie Solothurn prüft ebenfalls, ob der Zähler ausreicht oder ein Zählerwechsel nötig ist.
Ab 30 kVA wird die Herkunftsnachweis-Seite verbindlich: Pronovo nennt für Anlagen mit einer Anschlussleistung von 30 kVA oder mehr eine Erfassungspflicht im Herkunftsnachweissystem und verlangt vollständige Angaben der Anlage sowie Messdaten. Diese Schwelle sollte vor der Offerte klar sein, nicht erst nach der Inbetriebnahme.
Der Netzanschluss ersetzt keine baurechtliche Prüfung: Das Solothurner Meldeformular nennt ab 30 kWp zusätzlich die Feuerwehrplanpflicht und fragt Netzbetreiber-Abklärungen zu Leitungsbauprojekten oder Transformatorenstationen ab. Netz, Brandschutz und Meldeverfahren müssen deshalb im gleichen Terminplan geführt werden.
Ablauf
So bleibt das Projekt sauber geführt.
- 1
Netzgebiet bestimmenVor der Offerte den Verteilnetzbetreiber am Anschlusspunkt bestimmen, zum Beispiel Regio Energie Solothurn, a.en im Raum Olten, Primeo oder BKW. Ohne diesen Schritt sind Anschlussgesuch, Portal, Werkvorschriften und Zähleranforderungen nicht belastbar zuordenbar.
- 2
Leistung und Netzverträglichkeit vorbereitenGeplante Wechselrichterleistung, Einspeisepunkt, Messkonzept und allfällige Netzbauten vor dem Baubeginn zusammenstellen. Primeo stellt das Anschlussgesuch an den Anfang des Ablaufs und nennt bei Netzbauten eine mögliche Dauer von mehreren Monaten.
- 3
Technisches Anschlussgesuch einreichenDer Solarteur oder Elektroinstallateur reicht das TAG beziehungsweise Anschlussgesuch beim zuständigen Netzbetreiber ein. Bei a.en erfolgt die Einreichung über Elektroform; a.en akzeptiert dort das TAG und verlangt die elektronische Zustellung der Unterlagen.
- 4
Installationsanzeige und Netzanschlussofferte koppelnNach der Anschlussprüfung folgt die Installationsanzeige mit technischem Aufbau und Spezifikationen für den Netzanschluss. Bei Primeo entsteht daraus eine Netzanschlussofferte; erst nach Bewilligung der Installationsanzeige und Auftragserteilung werden Netzbauten verbindlich ausgelöst.
- 5
Meldeverfahren und Brandschutz synchronisierenParallel zum Netzanschluss die Solothurner 30-Tage-Meldung oder ein Baugesuch führen. Bei Anlagen ab 30 kWp nennt das kantonale Formular die Feuerwehrplanpflicht; Netzbetreiber-Abklärungen zu Leitungsbau oder Transformatorenstationen gehören in dieselbe Terminplanung.
- 6
Werkabnahme und Zählerwechsel terminierenVor der Inbetriebnahme Zähler, Apparatebestellung und Abnahme fixieren. Primeo nennt die Werkabnahme vor Ort, den möglichen Zählerwechsel und den Sicherheitsnachweis als Schritt vor der offiziellen Stromproduktion.
- 7
Pronovo und Herkunftsnachweise abschliessenNach der Inbetriebnahme die Förder- und Herkunftsnachweis-Daten vollständig einreichen. Ab 30 kVA Anschlussleistung verlangt Pronovo die Erfassung im Herkunftsnachweissystem mit Anlagendaten und Messdaten; kleinere Anlagen können je nach Vergütungsmodell trotzdem HKN-relevant sein.
Checkliste
Fragen, die vor der Offerte geklärt sein sollten.
- Vor der Montage klären, ob der zuständige Netzbetreiber Primeo, a.en, Regio Energie Solothurn, BKW oder ein lokaler VNB ist
- Technisches Anschlussgesuch und Installationsanzeige einreichen, bevor Netzbau, Zähler oder Baubeginn fixiert werden
- Zählerwechsel, Werkabnahme und Sicherheitsnachweis in die Inbetriebnahme statt ans Projektende verschieben
- Pronovo-Erfassungspflicht ab 30 kVA vorbereiten, damit Messdaten und Herkunftsnachweise nicht nachträglich fehlen
FAQ
Häufige Fragen zu diesem Thema.
Quellen
Amtliche Quellen & Referenzen.
Massgeblich sind die zuständigen Stellen. Prüfen Sie verbindliche Details – Beträge, Fristen und Auflagen – immer am konkreten Objekt und am aktuellen Stand der jeweiligen Behörde.