Kurzantwort
Was Sie zuerst wissen müssen.
Vor jeder PV-Anlage zählen vier Dinge: ein ehrlich eingeschätzter Eigenverbrauch, die Eignung von Dach und Standort, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung über die ganze Laufzeit – und ein Vergleich mehrerer Offerten, bevor Sie unterschreiben. EnergieSchweiz, das Programm des Bundes, empfiehlt dafür ausdrücklich, mehrere Angebote einzuholen; eine gute Faustregel sind drei.
Wichtig
Diese Übersicht ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine objektspezifische Beurteilung. Jedes Dach, jeder Verbrauch und jede Gemeinde ist anders; Förderbeträge, Rückliefertarife und steuerliche Regeln ändern sich zudem regelmässig (Stand 2026) und sind über die offiziellen Stellen zu prüfen. Belastbar wird eine Aussage erst mit Blick auf Ihr konkretes Objekt – und dazu gehören am Ende immer eine fachliche Prüfung vor Ort und der Vergleich mehrerer Offerten.
Entscheidungen
Woran sich der richtige Weg entscheidet.
Der häufigste Planungsfehler ist, die Anlage nach der freien Dachfläche statt nach dem Stromverbrauch zu dimensionieren. Sinnvoll ist die umgekehrte Reihenfolge: zuerst den eigenen Jahresverbrauch und das Tagesprofil klären, dann die Grösse ableiten. Als grobe Orientierung liefert in der Schweiz 1 kWp Leistung rund 900 bis 1'000 kWh Strom pro Jahr; ein Vier-Personen-Haushalt mit etwa 4'500 bis 5'000 kWh kommt damit auf grob 5 bis 6 kWp für den reinen Haushaltsstrom. Trotzdem lohnt es sich meist, das Dach möglichst voll zu belegen – die Mehrkosten je zusätzliches Modul sind gering, und der Verbrauch steigt mit Wärmepumpe und Elektroauto ohnehin.
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist deutlich mehr wert als eine eingespeiste. Strom aus dem Netz kostet grob 30 Rappen pro kWh, während die Rücklievergütung für eingespeisten Strom je nach Netzbetreiber oft nur bei rund einem Drittel davon liegt (Stand 2026, stark schwankend – Ihren lokalen Tarif zeigt pvtarif.ch). Der grösste wirtschaftliche Hebel ist deshalb nicht der Einspeisetarif, sondern ein hoher Eigenverbrauch: Verbraucher wie Boiler, Wärmepumpe, Geschirrspüler oder das Laden des Elektroautos lassen sich gezielt in die Sonnenstunden legen. Ein Batteriespeicher kann den Eigenverbrauch zusätzlich erhöhen – ob er sich rechnet, ist aber eine eigene Frage.
Bevor über Module gesprochen wird, entscheidet das Dach. Eine Südausrichtung mit rund 30 Grad Neigung bringt den höchsten Jahresertrag, doch Ost-West-Belegungen funktionieren sehr gut und verteilen die Produktion gleichmässiger auf Morgen und Abend. Der grösste einzelne Ertragsverlust kommt selten aus einer leicht ungünstigen Ausrichtung, sondern aus Verschattung durch Bäume, Kamine, Dachaufbauten oder Nachbargebäude. Ebenso wichtig sind Dachzustand und Statik: Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, gehört sie vor die Montage. Eine erste, kostenlose Einschätzung des Potenzials liefert der Bund mit Sonnendach.ch – sie ersetzt aber keine Dachaufnahme vor Ort.
Bei den Komponenten zählt nicht der Prospekt, sondern Lebensdauer und Garantie. Module halten in der Regel 25 bis 30 Jahre; der Wechselrichter als Herzstück der Anlage muss meist nach 10 bis 15 Jahren ersetzt werden – diese Ersatzinvestition gehört in jede ehrliche Rechnung. Achten Sie auf getrennte Produkt- und Leistungsgarantien für die Module, auf eine Garantie für Montage und Dachdichtigkeit sowie auf einen Wechselrichter mit Reserve für eine spätere Erweiterung. Bei Teilverschattung lohnen sich Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter. In der Schweiz ist zudem der Hagelwiderstand der Module relevant – auch mit Blick auf die Gebäudeversicherung.
Förderung ist kein Nebenschauplatz, sondern Teil der Wirtschaftlichkeit – und sie ist in der Schweiz mehrstufig. National gibt es die Einmalvergütung, die über Pronovo abgewickelt wird und einen Teil der Investitionskosten deckt. Dazu kommen kantonale und kommunale Programme, deren Höhe sich nach Wohnort unterscheidet; eine Übersicht nach Postleitzahl bietet energiefranken.ch. Drittens ist eine Anlage auf einem bestehenden Gebäude in den meisten Kantonen als Liegenschaftsunterhalt steuerlich abziehbar. Alle diese Beträge und Regeln ändern sich regelmässig (Stand 2026); konkrete Zahlen gehören in die objektbezogene Offerte, nicht in eine pauschale Faustregel. Weil die Förderung den Ablauf und die Fristen beeinflusst, sollten Sie sie früh und für Ihren Kanton prüfen.
EnergieSchweiz, das Programm des Bundes, empfiehlt ausdrücklich, vor dem Entscheid mehrere Offerten einzuholen und zu vergleichen – eine gute Faustregel sind drei. Genau dazu raten wir auch. Der tiefste Preis ist nicht automatisch das beste Angebot: Offerten sind oft schwer vergleichbar, weil sie unterschiedliche Annahmen, Komponenten und Leistungen enthalten. Holen Sie ruhig mehrere Eindrücke ein – und machen Sie unsere kostenlose Orientierung zu einer davon. Eine Offerte, die ihre Annahmen offenlegt und über die volle Laufzeit rechnet, hält dem Vergleich stand. Springen Sie nicht aufs erstbeste Angebot an – und prüfen Sie ruhig auch unseres, statt es einfach zu nehmen.
Ablauf
So bleibt das Projekt sauber geführt.
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Potenzial prüfenMit dem kostenlosen Bundes-Tool Sonnendach.ch erhalten Sie eine erste Einschätzung, wie viel Strom Ihr Dach erzeugen könnte. Das ist der Startpunkt – die verbindliche Beurteilung von Ausrichtung, Verschattung, Dachzustand und Statik braucht eine Aufnahme vor Ort.
- 2
Verbrauch ehrlich einschätzenKlären Sie Jahresverbrauch, Tagesprofil und geplante Verbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto, bevor Sie über die Anlagengrösse entscheiden. Aus diesem Profil ergibt sich, wie hoch Ihr Eigenverbrauch realistisch liegt und ob sich ein Speicher überhaupt lohnt.
- 3
Wirtschaftlichkeit rechnenüber die ganze Laufzeit, nicht nur das erste Jahr. Investition, Förderung, Eigenverbrauch, Rücklievergütung und der spätere Wechselrichter-Ersatz gehören in dieselbe Rechnung. Mit dem Solarrechner von EnergieSchweiz lässt sich eine erste Grössenordnung mit nachvollziehbaren Annahmen ermitteln.
- 4
Offerten vergleichenmehrere Angebote auf gleicher Grundlage – gleiche Anlagengrösse, vergleichbare Komponenten, dieselben Annahmen zu Eigenverbrauch und Ertrag. Achten Sie darauf, dass Gerüst, Elektroarbeiten, Netzanmeldung und Inbetriebnahme vollständig enthalten sind – gerade hier verstecken sich die Unterschiede zwischen scheinbar günstigen und seriösen Angeboten.
- 5
Bewilligung und Versicherung klärenGenügend angepasste, dachintegrierte Anlagen sind ausserhalb von Schutzzonen meist nur meldepflichtig und nicht bewilligungspflichtig – das regelt jedoch die Gemeinde, und bei Denkmalschutz oder in Ortsbildschutzzonen gelten Sonderregeln. Melden Sie die Anlage zudem vor Baubeginn der kantonalen Gebäudeversicherung an.
- 6
Förderung sichernDie Einmalvergütung wird nach der Inbetriebnahme bei Pronovo beantragt; viele Fachbetriebe übernehmen das per Vollmacht. Prüfen Sie zusätzlich kantonale und kommunale Programme, damit keine Frist verstreicht und kein Beitrag verloren geht.
- 7
Inbetriebnahme und BetriebNach Anschluss und Abnahme zählen Monitoring und ein regelmässiger Blick auf Produktion, Eigenverbrauch und Einspeisung. Planen Sie eine periodische Kontrolle und den späteren Wechselrichter-Ersatz ein – so bleibt die Anlage über die ganze Laufzeit zuverlässig und wirtschaftlich.
Checkliste
Fragen, die vor der Offerte geklärt sein sollten.
- Zuerst den Stromverbrauch klären, dann die Anlagengrösse festlegen
- Eigenverbrauch ist der grössere Hebel als die Einspeisevergütung
- Förderung, Bewilligung und Versicherung früh einordnen
- Mehrere Offerten vergleichen, nicht das erstbeste Angebot nehmen
FAQ
Häufige Fragen zu diesem Thema.
Quellen
Amtliche Quellen & Referenzen.
Massgeblich sind die zuständigen Stellen. Prüfen Sie verbindliche Details – Beträge, Fristen und Auflagen – immer am konkreten Objekt und am aktuellen Stand der jeweiligen Behörde.
- Solaranlagen: Wissen und SchritteEnergieSchweiz (Bund)
- Solarrechner: Ertrag und WirtschaftlichkeitEnergieSchweiz (Bund)
- Sonnendach.ch: Eignung des Dachs prüfenBundesamt für Energie
- Einmalvergütung und FörderungPronovo AG
- Kantonale Förderung nach Postleitzahlenergiefranken.ch
- Geprüfte Solarprofis findenSwissolar
- Rückliefertarife vergleichenVESE / pvtarif.ch