Kantonsvergleich
Photovoltaik nach Kanton: Förderung, Bewilligung & Einspeisetarif im Vergleich
Kantonale Förderung, Bewilligungsweg, Einspeisetarif und Solarpotenzial sind in der Schweiz über 26 Kantone, unzählige Gemeinden und die jeweiligen Netzbetreiber verteilt. Diese Übersicht stellt die Ausgangslage je Kanton nebeneinander – als Startpunkt vor der Detailplanung. Jede Zeile führt zur Kantonsseite mit den Details.
Stand: 2026-06-28 · Angaben ohne Gewähr – massgebend sind die offiziellen Stellen.
| Kanton | Solarpotenzial | Einspeisetarif | Netzbetreiber | Kantonale Förderung | Bewilligung |
|---|---|---|---|---|---|
| Aargau | 1160 kWh/m²~1'678h | 8.2 Rp./kWh (AEW) | AEW Energie AG | Der Aargau gewährt keinen generellen kantonalen PV-Zuschlag pro kWp für Standard-Dachanlagen. | Meldung via EVEN-Portal. |
| Appenzell Ausserrhoden | 1070 kWh/m²~1'700h | 6.2 Rp./kWh (RL MIN) + 1.5 Rp./kWh HKN (SAK) | SAK | Kantonaler Zuschlag +50% auf die Pronovo-Einmalvergütung (seit September 2025). | 2023 neuer Leitfaden: Solar auf traditionellen Appenzeller Gebäuden ohne Ortsbild-Beeinträchtigung. |
| Appenzell Innerrhoden | 1060 kWh/m²~1'700h | ab 6 Rp./kWh (EWA) | EWA | Fokus auf Beratungsförderung für thermische und elektrische Solaranlagen. | Gleiche Herausforderung wie AR: Appenzeller Bautradition erfordert sensible Integration. |
| Basel-Landschaft | 1150 kWh/m²~2'000h | ab 6.0 Rp./kWh garantiert (EBL, 0–30 kW) / 6.2 Rp./kWh ab 30 kW; zzgl. vierteljährlicher BFE-Referenz-Marktpreis und HKN separat (max. ~3 Rp./kWh) | EBL | Energiepaket bis 2030: CHF 51.25 Mio. | Normales Meldeverfahren. |
| Basel-Stadt | 1150 kWh/m²~1'631h | BFE-Referenzmarktpreis (quartalsweise) + gesetzliche Mindestvergütung 6 Rp./kWh bis 150 kW; HKN separat (IWB) | IWB | Kantonale Subventionen: CHF 100/m² bei Dachrenovation, CHF 140/m² bei Fassadenrenovation. | Solaroffensive Basel 2037: Alle Gebäude mit >100m² Dachfläche müssen bis 2037 Solar installieren. |
| Bern | 1150 kWh/m²~1'500-1'800h | 10.96 Rp./kWh Minimum (EWB, <100 kW, inkl. HKN) / BKW: vierteljährlicher BFE-Referenzmarktpreis, garantierte Mindestvergütung 6 Rp./kWh bis 30 kW (Formel 180/kWp) | BKW, EWB | Bern hat keinen kantonalen PV-Zuschlag. | Aufdach-Anlagen sind in Bern meldepflichtig aber bewilligungsfrei (bei genügender Anpassung). |
| Freiburg | 1130 kWh/m²~1'841h | min. 6 Rp./kWh garantiert (BFE-Referenzmarktpreis, Q1 2026 ca. 10.27 Rp./kWh) + HKN-Bonus, max. ca. 10.96 Rp./kWh (Groupe E); evuName: "Groupe E" (BKW in Grenzgebieten) | Groupe E, BKW | Kein genereller kantonaler PV-Zuschlag; massgeblich sind Pronovo-Einmalvergütung und voller Steuerabzug. | Normales Meldeverfahren. |
| Genf | 1100 kWh/m²~1'900h | 10.96 Rp./kWh fix (SIG, bis 100 kWc, 2026) | SIG (Services Industriels de Genève) | Genf wird stark von den Services Industriels de Genève (SIG) geprägt. | Aufdach-Anlagen auf Standardgebäuden sind in Genf meldepflichtig, aber bewilligungsfrei – die Bauanzeige (avis d'ouverture de chantier) ist mindestens… |
| Glarus | 1050 kWh/m²~1'300h | ab 6 Rp./kWh garantiert (TBGN) | TBGN | CHF 250/kW Winter-PV Bonus unterstützt die Fassaden-Strategie. | Normales Meldeverfahren. |
| Graubünden | 1250 kWh/m²Hoch (alpin 2'000m+) | ab 6 Rp./kWh + HKN-Bonus (Repower) | Repower | CHF 600/kWp Fassadenförderung (verdoppelt im Green Deal). | Solarexpress: Beschleunigtes Bewilligungsverfahren für Grossanlagen seit 2022. |
| Jura | 1030 kWh/m²~1'700h | Referenzmarktpreis BFE (quartalsweise) + gesetzliche Mindestvergütung 6 Rp./kWh bis 30 kW + HKN (BKW; lokal Services industriels de Delémont SID) | BKW, Services industriels de Delémont (SID) | Der Kanton Jura betreibt ein eigenes kantonales PV-Förderprogramm 'Soutien aux petites installations photovoltaïques' für Anlagen von 2 bis 30 kW (ca. | Aufdach-Anlagen auf Standardgebäuden sind im Jura meldepflichtig, aber bewilligungsfrei. |
| Luzern | 1100 kWh/m²~1'500-1'600h | Referenzmarktpreis BFE (quartalsweise) + Mindestvergütung 6 Rp./kWh bis 30 kW + 2 Rp./kWh HKN (CKW, 2026) | CKW | Kein kantonaler PV-Zuschlag. | Aufdach-Anlagen sind in Luzern in der Regel meldepflichtig aber bewilligungsfrei. |
| Neuenburg | 1050 kWh/m²~1'700h | ca. 9-12 Rp./kWh (Viteos, Groupe E) | Viteos, Groupe E, ENSA | Neuenburg betreibt das «Programme d'encouragement pour l'énergie» mit Beiträgen an energetische Sanierungen. | Aufdach-Anlagen auf Standardgebäuden sind in Neuenburg meldepflichtig, aber bewilligungsfrei. |
| Nidwalden | 1080 kWh/m²~1'400-1'600h | marktbasiert (CKW) | CKW | Nidwalden hat 2026 keinen kantonalen PV-Zuschlag und keinen kantonalen Batteriespeicher-Beitrag. | Standardmeldeverfahren für normale Aufdach-Anlagen. |
| Obwalden | 1080 kWh/m²~1'400-1'600h | marktbasiert (CKW) | CKW | Winterstrom-Champion: CHF 1'000 Festbonus + CHF 750/kW installierte Leistung, max CHF 8'000. | Standardmeldeverfahren für normale Aufdach-Anlagen. |
| Schaffhausen | 1130 kWh/m²~1'600-1'800h | Referenzmarktpreis BFE (quartalsweise) + Mindestvergütung 6 Rp./kWh bis 30 kW + HKN (je nach Netzbetreiber: EKS kantonsweit, SH POWER in der Stadt) | EKS (kantonsweit) / SH POWER (Stadt Schaffhausen) | Massgeblich ist die Pronovo-Einmalvergütung (KLEIV 2–100 kW / GREIV ab 100 kW) plus voller Steuerabzug als Liegenschaftsunterhalt. | Heritage-Richtlinie aktiv: Leitfaden "Solaranlagen ästhetisch und gut gestaltet" definiert klare Regeln. |
| Schwyz | 1100 kWh/m²~1'400-1'600h | ~7 Rp./kWh Energie (BFE-Marktpreis, quartalsweise) + 2.5 Rp./kWh HKN (EWS) | EWS AG | Schwyz bietet keine eigene kantonale Solarförderung. | Solarpflicht seit Mai 2022 bei Ersatzneubauten. |
| Solothurn | 1150 kWh/m²~1'500h | 9.0 Rp./kWh Winter, 4.0-6.20 Rp./kWh Sommer (je nach Anlagengroesse/Eigenverbrauch) + HKN 4.0 Rp./kWh (bis 30 kVA) / 1.0 Rp./kWh (ueber 30 kVA) (Regio Energie Solothurn 2026) | Regio-Energie Solothurn | Kein genereller kantonaler PV-Zuschuss: Solothurn fördert über das Gebäudeprogramm nur Gebäudehülle, Wärmepumpen, Holzheizungen und thermische Solaran… | 30 Tage Meldepflicht vor Baubeginn. |
| St. Gallen | 1100 kWh/m²~1'748h | ab 6 Rp./kWh (SAK) | SAK, sgsw | Keine generalisierte kantonale Förderung — Subventionen über Pronovo (Bund) und kommunale Programme. | Heritage-Richtlinien 2024 überarbeitet: Erleichterter Solar-Zugang auch in historischen Ortsteilen. |
| Tessin | 1200 kWh/m²~2'100h | AET FER-CU 9.0 Rp./kWh (Q1 2026) + gesetzliche Mindestvergütung Rmin FER 4.0 Rp./kWh (<30 kW) | AET, AIL Lugano, AEC Bellinzona | Das Tessin fördert PV über den Fondo Energie Rinnovabili (FER): zusätzlich zur Pronovo-Einmalvergütung ein kantonaler Zuschlag von 50% der Bundes-Einm… | Standard-Aufdach-Anlagen sind im Tessin nur meldepflichtig. |
| Thurgau | 1120 kWh/m²~1'200-1'400h | Marktpreis BFE (quartalsweise) + 6 Rp./kWh Min. bis 30 kW + 2 Rp. HKN (Thurplus, ab 2026) | Thurplus | Fassaden-exklusiv ab April 2025: CHF 200/kWp Förderung NUR für Fassadenanlagen ab 75° Neigung (max CHF 10'000 pro Anlage, Jahresbudget CHF 100'000). | Interaktive Solarkarte: Für jedes Gebäude zeigt Karte ob Meldepflicht oder Baubewilligung (Grün = Meldung, Orange = Bewilligung, Rot ISOS = strenge Pr… |
| Uri | 1100 kWh/m²~1'300-1'500h | Referenzmarktpreis BFE (quartalsweise) + gesetzliche Mindestvergütung als Energievergütung + HKN 1.0/0.5 Rp./kWh Winter/Sommer (energieUri, ab 1.1.2026) | energieUri | Förderprogramm Energie Uri 2026 (Budget ~CHF 2.1 Mio.): Winterstrom-PV-Bonus CHF 1'000 pauschal + CHF 250/kW für steil aufgeständerte Anlagen (Neigung… | Uri ermöglicht flexible Lösungen bei alpinen Bauten. |
| Waadt | 1100 kWh/m²~1'900h | Referenzmarktpreis BFE (quartalsweise, Q1 2026 ca. 10.26 Rp./kWh Energie + 1.5 Rp./kWh HKN) plus gesetzliche Mindestvergütung 6 Rp./kWh für Anlagen bis 30 kW (Romande Energie, SIL Lausanne, Sinergy) | Romande Energie, SIL Lausanne, Sinergy Vevey | Der Kanton Waadt hat 2023–2027 das Programm «100 millions pour le climat» lanciert. | Aufdach-Anlagen auf Standardgebäuden sind in der Waadt nur meldepflichtig (Annonce de travaux). |
| Wallis | 1400 kWh/m²~2'000h | Referenzmarktpreis BFE (Q1 2026 ca. 10.27 Rp./kWh), Mindestvergütung 6 Rp./kWh bis 30 kW, zzgl. ca. 1.5 Rp./kWh HKN (EW Obergoms / EnBAG, quartalsweise angepasst) | EnBAG, EW Obergoms | Solarpflicht für Neubauten: Der Bund verlangt mit Art. | Solarpflicht: Der Bund (Art. |
| Zug | 1120 kWh/m²~1'900-2'000h | Referenzmarktpreis BFE (quartalsweise) + gesetzliche Mindestvergütung bis 30 kW + HKN-Bonus (WWZ) | WWZ | Solarpflicht seit 1.1.2023: Alle Ersatzneubauten min. | Solarpflicht für Ersatzneubauten (min. |
| Zürich | 1150 kWh/m²~1'900h | 9.0 Rp./kWh Minimum (EKZ) / 12.91 Rp./kWh (EWZ) / 14 Rp./kWh LEG | EWZ, EKZ | Zürich hat keinen generellen kantonalen PV-Zuschlag – die Investitionsförderung läuft schweizweit über die Pronovo-Einmalvergütung. | Seit 1. |
Einspeisetarife hängen vom lokalen Netzbetreiber ab und folgen ab 2026 vielerorts dem Referenzmarktpreis des Bundes. Förderspalten zeigen die kantonale Ausgangslage – kommunale Programme und Fristen prüfen Sie über die offiziellen Stellen.
Häufige Fragen
Gibt es in jedem Kanton eine kantonale PV-Förderung?
Nein. Die schweizweite Basis ist immer die Pronovo-Einmalvergütung des Bundes. Einen zusätzlichen kantonalen Zuschlag oder einen Batteriespeicher-Beitrag gibt es nur in einem Teil der Kantone, und die Bedingungen unterscheiden sich. Die Spalte „Kantonale Förderung" zeigt die Ausgangslage pro Kanton; massgebend ist die jeweilige kantonale Energiefachstelle.
Brauche ich eine Baubewilligung oder genügt eine Meldung?
In den meisten Kantonen sind genügend angepasste Dachanlagen ausserhalb von Schutzzonen nur meldepflichtig (Art. 18a RPG, Art. 32a RPV). Ausnahmen gelten für Denkmalschutz, Kern- und Ortsbildschutzzonen. Die Spalte „Bewilligung" fasst die kantonale Ausgangslage zusammen; verbindlich ist die Standortgemeinde.
Wie aktuell sind die Angaben?
Stand 2026-06-28. Förderbeträge, Fristen und Einspeisetarife ändern sich regelmässig – Einspeisetarife orientieren sich ab 2026 vielerorts am Referenzmarktpreis des Bundes. Diese Übersicht ist eine Orientierung; verbindlich sind die offiziellen Stellen (siehe „Amtliche Quellen").
Wie hoch ist die Einspeisevergütung in meinem Kanton?
Die Einspeisevergütung hängt vom lokalen Netzbetreiber ab, nicht allein vom Kanton. Die Spalte „Einspeisetarif" nennt typische Werte des oder der massgeblichen Netzbetreiber; den genau für Ihre Adresse gültigen Tarif zeigt der jeweilige Netzbetreiber bzw. pvtarif.ch.
Amtliche Quellen
Verbindlich sind immer die offiziellen Stellen. Prüfen Sie Förderbeträge, Fristen und Tarife für Ihr konkretes Objekt am aktuellen Stand.
Was gilt konkret für Ihr Dach?
Die kantonale Ausgangslage ist nur der Start. Förderung, Bewilligung und Wirtschaftlichkeit werden erst objektbezogen belastbar – lassen Sie Ihr Projekt einordnen.