Kurzantwort
Was Sie zuerst wissen müssen.
Ein virtueller ZEV in Basel-Stadt eignet sich für bestehende Gebäude, wenn IWB die Netztopologie bestätigt und die PV-Anlage mindestens 10 % der Anschlussleistung erreicht. Die bestehenden IWB-Zähler bleiben in vielen Fällen nutzbar. Vor dem Betrieb braucht es eine vollständige IWB-Anmeldung, die rechtliche Organisation des Zusammenschlusses und eine klare Regelung für Messung und Abrechnung.
Wichtig
Stand 23. Juli 2026: Ein vZEV über mehrere Adressen ist im IWB-Netzgebiet nur möglich, wenn IWB die konkrete Netztopologie bestätigt. Die 10-%-Schwelle allein genügt nicht. Die technische Prüfung, die vollständige Anmeldung sowie Miet- oder Eigentumsregelung müssen vor der Inbetriebnahme zusammengeführt werden.
Entscheidungen
Woran sich der richtige Weg entscheidet.
Der vZEV ist kein automatischer Zusammenschluss benachbarter Häuser. IWB erlaubt ihn seit dem 1. Januar 2025 nur, wenn die Netztopologie der Anschlussleitungen die gewünschten Gebäude verbindet; für mehrere Adressen ist deshalb die IWB-Prüfung mit den konkreten Adressen der erste Entscheid.
Die Mindestgrösse ist gesetzlich bestimmt: Die Produktionsleistung der Anlage muss mindestens 10 % der Anschlussleistung des Zusammenschlusses betragen. Die ElCom ordnet diese Schwelle Art. 17 Abs. 1 EnG in Verbindung mit Art. 15 EnV zu; eine Auslegung ohne Anschlussleistung ist deshalb unvollständig.
Klassischer ZEV und vZEV lösen unterschiedliche Umbauten aus. Laut IWB nutzt ein vZEV die bestehenden Zähler des Netzbetreibers, weshalb bei bestehenden Mehrfamilien- oder Einfamilienhäusern in vielen Fällen kein Umbau der Elektroinstallation nötig ist. Das ersetzt aber keine Prüfung des Mess- und Anschlusskonzepts.
Die Anmeldung ist ein echter Projektschritt: IWB verlangt für ZEV und vZEV eine vollständige Anmeldung. Unvollständige Eingaben werden zur Ergänzung zurückgewiesen; vollständige Anmeldungen bearbeitet IWB innerhalb der gesetzlichen Frist von drei Monaten.
Technik und Vertragsverhältnis müssen zusammenpassen. IWB weist für Bestandsbauten auf einen Zusatz zum Mietvertrag und bei Stockwerkeigentum auf eine Reglementsänderung hin. Wer Messung und Abrechnung plant, sollte diese Dokumente vor der Inbetriebnahme mit Eigentümerschaft oder Verwaltung festlegen.
Der Nutzen entsteht aus der lokalen Nutzung, nicht aus dem Etikett. IWB beschreibt für ZEV und vZEV die direkte Nutzung des Solarstroms in der Liegenschaft; ob sich das Modell wirtschaftlich trägt, hängt zusätzlich von Erzeugung, Verbrauchsprofil, Messung, Abrechnung und den konkret teilnehmenden Zählern ab.
Ablauf
So bleibt das Projekt sauber geführt.
- 1
Objekt und Teilnehmende abgrenzenErfassen Sie Gebäude, Adressen, bestehende Zähler, Anschlussleistung und die PV-Fläche. Für mehrere Gebäude braucht IWB genau diese Adressen für die vZEV-Prüfung.
- 2
PV-Mindestleistung prüfenStellen Sie die geplante Produktionsleistung der Photovoltaikanlage der Anschlussleistung des Zusammenschlusses gegenüber. Die gesetzliche Schwelle liegt bei 10 %; bei Unterschreitung ist dieses Modell nicht passend.
- 3
Netztopologie durch IWB abklärenReichen Sie die gewünschten Adressen zur Prüfung ein, bevor Sie eine Verbindung mehrerer Gebäude zusagen oder die Messung disponieren. IWB nennt ohne Prüfung keine Garantie für die Verbindung.
- 4
Mess- und Betriebsmodell festlegenEntscheiden Sie anhand des Bestands, ob ein vZEV mit bestehenden IWB-Zählern oder ein klassischer ZEV mit eigener Messinfrastruktur passt. Dokumentieren Sie Zuständigkeiten für Daten, Abrechnung und Teilnehmerwechsel.
- 5
Verträge und Reglemente vorbereitenIm Bestandsbau gehört der Mietvertragszusatz, bei Stockwerkeigentum die Reglementsänderung vor die Betriebsaufnahme. Die technische Anmeldung ersetzt diese interne Grundlage nicht.
- 6
Vollständige Anmeldung rechtzeitig einreichenNutzen Sie das IWB-Formular für ZEV/vZEV und reichen Sie alle Angaben vollständig ein. IWB nennt drei Monate Bearbeitungsfrist und in der Regel eine Inbetriebnahme zu Monatsbeginn mit mindestens drei Monaten Vorlauf.
Checkliste
Fragen, die vor der Offerte geklärt sein sollten.
- Netztopologie mehrerer Adressen vor der Planung durch IWB prüfen lassen
- 10 % Mindestleistung der PV-Anlage gegenüber der Anschlussleistung einordnen
- Vollständige IWB-Anmeldung mit mindestens drei Monaten Vorlauf einreichen
- Mietvertragszusatz oder Stockwerkeigentumsreglement vor dem Betrieb klären
FAQ
Häufige Fragen zu diesem Thema.
Quellen
Amtliche Quellen & Referenzen.
Massgeblich sind die zuständigen Stellen. Prüfen Sie verbindliche Details – Beträge, Fristen und Auflagen – immer am konkreten Objekt und am aktuellen Stand der jeweiligen Behörde.