Kurzantwort
Ist meine Solaranlage im Kanton Schwyz bewilligungsfrei, wenn sie nur meldepflichtig ist?
Verfahrensorientierung für Eigentümerinnen und Eigentümer im Kanton Schwyz, die wissen wollen, ob ihre geplante Solaranlage über das Meldeverfahren läuft, welche Unterlagen dafür nötig sind, ab wann gebaut werden darf und in welchen Fällen die Anlage stattdessen ins vereinfachte oder ordentliche Verfahren fällt.
Wichtig
Die kantonale Planungshilfe hält ausdrücklich fest, dass auch Solaranlagen, die lediglich meldepflichtig sind, einer Baubewilligungspflicht unterliegen. Die Meldepflicht entbindet zudem nicht von den übrigen Anforderungen, insbesondere nicht von der Brandschutzbewilligung. Es wird empfohlen, die Nachbarn vorgängig über das Vorhaben zu orientieren, unabhängig davon, welches Verfahren zur Anwendung kommt, und insbesondere bei grösseren Anlagen die technische Machbarkeit frühzeitig mit dem lokalen Energieversorger abzuklären. Liegt eine potenziell problematische Blendsituation vor, empfiehlt die Planungshilfe ein Blendgutachten. Diese Seite ist eine fachliche Orientierung und ersetzt weder die Auskunft der zuständigen kommunalen Baubehörde noch eine Rechtsberatung.
Auf einen Blick
Die Eckwerte: Bewilligung PV Schwyz
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Regelverfahren | Meldeverfahren als «Baumeldung für geringfügiges Vorhaben» |
| Frist | Mindestens 20 Tage vor Baubeginn |
| Eingabe | Online über das eBau-Portal des Kantons |
| Schrägdach | Max. 20 cm Konstruktionshöhe, kein Überstand, reflexionsarm, kompakt |
| Flachdach | Max. 1 m über Dachrand, aus 45° von unten nicht sichtbar |
| Meldepflicht und Bewilligung | Meldepflichtige Anlagen bleiben baubewilligungspflichtig |
| Neubauten | Eigenstromerzeugungspflicht: mind. 10 W/m² EBF, max. 30 kW |
Entscheidungen
Woran sich der richtige Weg entscheidet.
Standort und Gestaltung müssen kumulativ passen: Erfüllt die Anlage beide Kriteriengruppen, kommt das Meldeverfahren zur Anwendung. Erfüllt sie sie nicht, ist sie im vereinfachten oder ordentlichen Verfahren zu bewilligen.
In Industrie- und Gewerbezonen sowie in Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen gilt eine Erleichterung: Dort unterliegen Dach- und Fassadenanlagen selbst dann nur der Meldepflicht, wenn sie nicht als genügend angepasst gelten.
Schutzobjekte ändern das Verfahren grundlegend: Bei Kultur- und Naturdenkmälern von nationaler oder regionaler Bedeutung, ISOS-A-Ortsbildern und Gebäuden im kantonalen Schutzinventar kommt das Meldeverfahren nicht zur Anwendung. Nur in BLN-Gebieten bleibt es bei Erfüllung erhöhter Anforderungen möglich.
Die Meldung ersetzt die Brandschutzbewilligung nicht: Solaranlagen benötigen eine Brandschutzbewilligung und müssen die aktuellen Brandschutzvorschriften einhalten. Mit der Meldung ist unter anderem ein Feuerwehrplan einzureichen.
Bei Neubauten kommt eine materielle Bewilligungsvoraussetzung dazu: Seit dem 1. Mai 2022 gilt für alle (Ersatz-)Neubauten die Pflicht zur Eigenstromerzeugung. Um bewilligungsfähig zu sein, müssen alle (Ersatz-)Neubauten im grünen Bereich der kantonalen Karte diese Pflicht erfüllen.
Zusätzliche kantonale oder kommunale Gestaltungskriterien sind nur anwendbar, wenn sie die Nutzung der Sonnenenergie nicht stärker einschränken als das Bundesrecht und zur Wahrung berechtigter Schutzanliegen verhältnismässig sind.
Ablauf
So bleibt das Projekt sauber geführt.
- 1
Im kantonalen Geoinformationssystem prüfen, ob die geplante Anlage in einer Schutzzone oder auf einem Schutzobjekt liegt. Auch in der unmittelbaren Umgebung von Schutzobjekten ist der Einfluss der neuen Anlage zu prüfen.
- 2
Die Gestaltungskriterien für Schräg- oder Flachdach am konkreten Projekt durchgehen und dokumentieren: Konstruktionshöhe, Überstand, Rückversatz, Reflexionsarmut und kompakte Anordnung.
- 3
Bei Neubauten die Eigenstromerzeugungspflicht klärenNach § 8c des kantonalen Energiegesetzes haben Neubauten einen Teil der benötigten Elektrizität selbst zu erzeugen; § 24d der kantonalen Energieverordnung verlangt mindestens 10 W pro m² Energiebezugsfläche, wobei insgesamt nicht mehr als 30 kW verlangt werden.
- 4
Die Meldung online über das eBau-Portal als «Baumeldung für geringfügiges Vorhaben» einreichen, mindestens 20 Tage vor Baubeginn, mit vollständigen Unterlagen: Situationsplan inklusive Feuerwehrplan, Dachaufsicht mit vermassten Dach- und Dachrandabständen, Dachschnitt mit Konstruktionshöhe und technische Angaben.
- 5
Die Meldefrist abwarten. Ohne gegenteilige Information kann nach Verstreichen der 20 Tage ab Eingang der Meldung bei der zuständigen Behörde mit dem Bau begonnen werden. Kommt die Behörde zum Schluss, dass ein ordentliches oder vereinfachtes Verfahren nötig ist, teilt sie das innerhalb der Meldefrist schriftlich mit und verweist das Gesuch in das entsprechende Verfahren.
Checkliste
Fragen, die vor der Offerte geklärt sein sollten.
- Meldung mindestens 20 Tage vor Baubeginn im eBau als «Baumeldung für geringfügiges Vorhaben»
- Standort- und Gestaltungskriterien kumulativ prüfen, bevor das Meldeverfahren beansprucht wird
- Schutzobjekte, ISOS-A-Ortsbilder und das kantonale Schutzinventar führen ins ordentliche Verfahren
- Eigenstromerzeugungspflicht bei Neubauten als Voraussetzung der Bewilligungsfähigkeit
FAQ
Weitere Fragen: Bewilligung PV Schwyz
Quellen
Amtliche Quellen & Referenzen.
Massgeblich sind die zuständigen Stellen. Prüfen Sie verbindliche Details – Beträge, Fristen und Auflagen – immer am konkreten Objekt und am aktuellen Stand der jeweiligen Behörde.
- Planungshilfe für Solaranlagen am GebäudeKanton Schwyz
- Kantonales Energiegesetz (KEnG, SRSZ 420.100)Kanton Schwyz, Systematische Gesetzsammlung
- Kantonale Energieverordnung (KEnV, SRSZ 420.111)Kanton Schwyz, Systematische Gesetzsammlung
- Solarenergie im Kanton SchwyzAmt für Umwelt und Energie, Kanton Schwyz
- Raumplanungsgesetz, Art. 18a SolaranlagenBundeskanzlei, Fedlex