Einordnung
#Eine Aufdach-Solaranlage kostet in der Schweiz 1’628 Franken pro Kilowatt plus 5’278 Franken, ohne Mehrwertsteuer.
So lautet die Referenzkurve, die das Bundesamt für Energie aus 1’686 Offerten und Rechnungen des Jahres 2025 abgeleitet hat. Für ein Einfamilienhaus mit 8 kWp ergibt das rund CHF 19’800 inklusive MWST; nach der Einmalvergütung des Bundes von CHF 2’880 bleiben rund CHF 16’900. Die Kurve beschreibt die Mitte des Marktes, nicht Ihr Dach: Die mittlere Hälfte der Anlagen von 2 bis 10 kW lag zwischen 2’096 und 3’114 Franken pro Kilowatt.
Speicher, Dachsanierung, statische Verstärkung und ein neuer Zählerschrank kommen separat dazu. Die Tabelle und der Rechner unten zeigen, was Ihre Anlagengrösse kostet und nach wie vielen Jahren sie sich bei Ihrem Strompreis bezahlt macht. Danach lohnt der Vergleich jeder Offerte Position für Position.
Für Ihr Dach
Was kostet die Anlage auf Ihrem Dach?
Mit Ihrer Adresse rechnen wir Preisband, Förderung und Amortisation für Ihr Dach, aus den Daten des Bundes. Den Bericht senden wir sofort per E-Mail.
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Was kostet welche Anlagengrösse?
#| Leistung | Modulfläche | Kosten inkl. MWST | Einmalvergütung | Nach Förderung |
|---|---|---|---|---|
| rund 22 m² | CHF 14’500 | −CHF 1’800 | CHF 12’700 | |
| rund 35 m² | CHF 19’800 | −CHF 2’880 | CHF 16’900 | |
| rund 43 m² | CHF 23’300 | −CHF 3’600 | CHF 19’700 | |
| rund 65 m² | CHF 32’100 | −CHF 5’400 | CHF 26’700 | |
| rund 87 m² | CHF 40’900 | −CHF 7’200 | CHF 33’700 |
Was den Preis bestimmt
#Pro Kilowatt wird eine Anlage mit jeder Grösse günstiger, weil ein Teil der Kosten fest ist. Die Referenzkurve der BFE-Studie zerlegt den Preis in 1’628 Franken pro Kilowatt und einen Sockel von 5’278 Franken, den jede Anlage unabhängig von ihrer Grösse trägt (ohne MWST, Bereich 2 bis 75 kW). Bei 5 kWp macht dieser Sockel rund 39 Prozent der Kosten aus, bei 15 kWp noch rund 18 Prozent. Wer das Dach voller belegt, zahlt mehr im Total, aber weniger pro Kilowatt.
Die Module selbst sind der kleinere Teil der Rechnung. Bei Aufdachanlagen von 2 bis 10 kW kosteten sie 2025 im Median CHF 235 pro Kilowatt ohne MWST, rund 10 Prozent der Gesamtkosten. Der grösste Block ist die Arbeit mit CHF 821 pro Kilowatt (37 Prozent), gefolgt von der Baustellenabsicherung – Absturzsicherung, Dachzugang und Hebemittel – mit CHF 371 (14 Prozent). Wechselrichter, Montagesystem, Elektromaterial, Planung und Logistik teilen sich den Rest. Erst bei grossen Anlagen steigt der Modulanteil auf fast 28 Prozent. Ein günstigeres Modul senkt den Preis einer Anlage fürs Einfamilienhaus deshalb kaum; Dachform, Zugang und Montageaufwand entscheiden mehr.
Der Median je Grössenklasse ist die zweite amtliche Zahl – und liegt für ein 8-kW-Dach höher als die Kurve. Die Studie nennt für Aufdachanlagen ohne MWST: 2–10 kW CHF 2’497 pro kW (408 Anlagen), 10–30 kW CHF 1’911 (907 Anlagen), 30–100 kW CHF 1’428, 100–300 kW CHF 1’102. Der Klassenmedian gilt für die ganze Klasse, in der kleine Anlagen pro Kilowatt deutlich teurer sind. Deshalb ergibt 8 × 2’497 = CHF 19’976, die Referenzkurve für genau 8 kW dagegen CHF 18’302 ohne MWST. Für eine bestimmte Grösse ist die Kurve der bessere Richtwert.
Die Streuung ist gross: Ein Viertel der Anlagen liegt über dem oberen Quartil. In der Klasse 2–10 kW kostete die mittlere Hälfte der Anlagen zwischen CHF 2’096 und 3’114 pro kW, in der Klasse 10–30 kW zwischen CHF 1’659 und 2’237. Eine Offerte deutlich über dem oberen Wert verdient eine Nachfrage nach dem Grund – ein komplexes Dach, Gerüst, Speicher oder Elektroarbeiten können ihn liefern; eine Offerte weit darunter verdient dieselbe Frage.
Pro Quadratmeter kostet eine Anlage knapp 600 Franken Modulfläche inklusive MWST. Der Median-Wirkungsgrad der 2025 verbauten Module lag laut BFE-Studie bei 23,1 Prozent; ein Kilowatt braucht damit rund 4,3 m² Modulfläche. 30 m² entsprechen rund 6,9 kWp und nach der Referenzkurve rund CHF 17’900 inklusive MWST, nach Einmalvergütung rund CHF 15’400. Die belegte Dachfläche ist grösser, weil Abstände zu Dachrand, Kamin und Fenstern dazukommen. Vergleichen Sie Offerten deshalb in Franken pro kWp, nicht pro Quadratmeter Dach.
Die Dachart verschiebt den Preis messbar. Am günstigsten sind laut BFE-Studie Anlagen auf Trapezblech-Schrägdächern, die direkt am Blech befestigt werden; Ziegeldächer kosten etwas mehr, weil Montage und Befestigungssystem aufwendiger sind. Auf begrünten Dächern lagen Anlagen von 10 bis 30 kW 24 Prozent über dem Median ihrer Klasse. Integrierte Anlagen zeigten 2025 keinen signifikanten Mehrpreis, die Studie erfasst bei ihnen aber Unterkonstruktion und Spenglerarbeiten nicht. Zwischen String-Wechselrichtern und Optimierern lag der Unterschied unter 30 kW bei weniger als 5 Prozent.
Der Kanton macht mehrere hundert Franken pro Kilowatt aus. Für Anlagen von 10 bis 30 kW lagen die kantonalen Mediane 2025 zwischen CHF 1’622 und 2’245 pro kW ohne MWST; ausgewiesen sind nur Kantone mit mehr als zehn Datensätzen (Abbildung 17 der Studie). Bei einer 15-kW-Anlage entspricht diese Spanne rund CHF 9’300.
Welche Zusatzkosten fehlen im reinen PV-Richtpreis? Prüfen Sie in der Offerte separat: Dachsanierung, statische Verstärkung, Ertüchtigung bestehender Stromkästen, externe Planung und Speicher. Die BFE-Studie grenzt diese Positionen von den PV-Anlagenkosten ab. Halten Sie pro Position fest: enthalten, separat beziffert oder noch offen. Ein fehlender Betrag bedeutet nicht, dass die Arbeit kostenlos ist.
Die Einmalvergütung des Bundes ist seit dem 1. April 2025 ein reiner Leistungsbeitrag; der Grundbeitrag ist auf null gesetzt. Gemäss Anhang 2.1 der Energieförderungsverordnung gelten für Anlagen unter 30 kW 360 Franken pro kW (angebaut, freistehend) beziehungsweise 400 Franken pro kW (integriert), für 30 bis unter 100 kW 300 beziehungsweise 330 Franken, ab 100 kW 250 Franken. Anlagen ohne Eigenverbrauch unter 150 kW erhalten mit der hohen Einmalvergütung 450 Franken pro kW; Anlagen ab 75 Grad Neigung einen Bonus von 200 (angebaut) beziehungsweise 400 Franken (integriert) pro kW. Ein Speicher zählt für die Einmalvergütung nicht.
Ein Batteriespeicher kostet nach der BFE-Studie 432 Franken pro kWh plus einen Grundbetrag von 2’122 Franken, ohne MWST. Ein 10-kWh-Speicher kommt damit auf rund CHF 7’000 inklusive MWST, wenn er zusammen mit der Anlage installiert wird; Planung, Logistik und Administration teilt er dann mit der Solaranlage. Die Medianpreise 2025 lagen bei 686 Franken pro kWh für Speicher unter 10 kWh und bei 504 Franken für 20 bis 30 kWh. Ob er sich rechnet, hängt vom Verbrauchsprofil und vom Abstand zwischen Strom- und Rücklieferpreis ab.
Selbst genutzter Solarstrom ist rund dreieinhalbmal so viel wert wie eingespeister. Ein typischer Haushalt zahlt 2027 laut ElCom im Median 26,5 Rappen pro Kilowattstunde, 1,2 Rappen weniger als 2026. Mit Eigenverbrauch sparen Sie davon nur den Arbeitspreis; Grund- und Messgebühren bleiben. In den 1’588 Gemeinden, deren ElCom-Tarife wir ausgewertet haben – Deutschschweiz, Freiburg und Wallis –, liegt dieser Arbeitspreis 2027 im Median bei 21,8 Rappen. Für eingespeisten Strom gilt ohne andere Vereinbarung der vierteljährliche Referenz-Marktpreis des BFE, bei Anlagen unter 30 kW aber mindestens 6 Rappen; 2025 lag dieser Referenzpreis für Solarstrom je nach Quartal zwischen 2,8 und 10,4 Rappen.
Im 8-kWp-Beispiel ist die Anlage nach rund 16 bis 21 Jahren abbezahlt. Bei 950 kWh pro kWp – dem Wert, den die frühere kostendeckende Einspeisevergütung für gute Anlagen annahm; gemessen wurden 2009 bis 2021 im Mittel 937 bis 1’037 kWh – erzeugt sie rund 7’600 kWh im Jahr. Nutzen Sie 30 Prozent davon selbst zu 21,8 Rappen und speisen den Rest zu 6 Rappen ein, bringt das rund CHF 820 pro Jahr; die CHF 16’900 nach Förderung sind nach rund 21 Jahren eingespielt. Mit 50 Prozent Eigenverbrauch, laut EnergieSchweiz erreichbar mit gesteuerter Wärmepumpe und Elektroauto, sind es rund 16 Jahre, ebenso bei 10 Rappen Rückliefervergütung. Für die Förderung grosser Anlagen rechnet der Bund mit 30 Jahren Nutzungsdauer für Module und 15 Jahren für Wechselrichter. Zins, Unterhalt, Wechselrichterersatz und ein Steuerabzug sind in dieser einfachen Rechnung nicht enthalten.
Bis Ende 2028 lässt sich eine Anlage auf einem bestehenden Gebäude von den Steuern abziehen. Nach Art. 1 der Liegenschaftskostenverordnung des Bundes gelten Investitionen zur Nutzung erneuerbarer Energien in bestehenden Gebäuden als abzugsfähig; abziehbar ist nur, was Sie selbst tragen, also die Kosten nach Einmalvergütung. Übersteigen die Kosten das Einkommen, lässt sich der Rest auf die zwei folgenden Steuerperioden übertragen. Bei Neubauten gelten die Kosten als nicht abzugsfähige Anlagekosten; viele Kantone ziehen die Grenze bei fünf Jahren, aber nicht einheitlich. Ab dem 1. Januar 2029 fällt mit dem Eigenmietwert der Abzug bei der direkten Bundessteuer für selbst genutztes Wohneigentum weg; die Kantone dürfen Abzüge für Energiesparmassnahmen befristet beibehalten.
Der Preistrend spricht nicht fürs Warten. Nach dem Preisanstieg 2022/2023 sind die Kosten 2024 um über 20 Prozent und 2025 nochmals um 4 bis 9 Prozent gesunken; fast alle Leistungsklassen liegen unter dem bisherigen Tiefstand von 2020. Für 2026 erwartet die Studie eine Stabilisierung, weil die Offerten im zweiten Halbjahr 2025 nicht weiter gesunken sind. Die Prognose ist keine Preisgarantie.
Steuerabzug je Kanton
#Wo Kanton, Gemeinde oder Netzbetreiber eigene Regeln, Zuständigkeiten oder Beträge festlegen, finden Sie hier die Einordnung für Ihren Kanton.
- AargauPV-Steuerabzug Aargau
- Basel-LandschaftPV-Steuerabzug Basel-Landschaft
- Basel-StadtPV-Steuerabzug Basel-Stadt
- BernPV-Steuerabzug Bern
- LuzernSteuerabzug PV Luzern
- SolothurnSteuerabzug PV Solothurn
- St. GallenPV-Steuerabzug St. Gallen
- ThurgauPV-Steuerabzug Thurgau
- ZugPV-Steuerabzug Zug
- ZürichPV-Steuerabzug Zürich
Der Ablauf in fünf Schritten
#Zum Abhaken für Ihr Projekt
Grösse bestimmen
Leistung in kWp aus Dachfläche und Stromverbrauch ableiten – sonnendach.ch zeigt das Potenzial Ihres Dachs. Mit der Tabelle und dem Rechner oben ergibt sich der Richtpreis aus der BFE-Referenzkurve, inklusive MWST und vor Förderung.
Förderung abziehen
Einmalvergütung mit dem Pronovo-Tarifrechner unverbindlich berechnen (unter 30 kW: 360 Franken pro kW angebaut, 400 integriert), kantonale und kommunale Programme über energiefranken.ch prüfen und den Steuerabzug für Anlagen auf bestehenden Gebäuden im eigenen Kanton klären.
Drei Offerten auf gleicher Basis einholen
gleiche Leistung, vergleichbare Komponenten, alle acht Kostenblöcke sichtbar – inklusive Gerüst, Elektroarbeiten, Netzanmeldung und Inbetriebnahme. Speicher und Wallbox als separate Positionen ausweisen lassen, damit der reine PV-Preis vergleichbar bleibt.
Offerten gegen die Statistik lesen
Liegt der Preis pro Kilowatt innerhalb der Quartilsspanne der eigenen Grössenklasse? Abweichungen nach oben und unten begründen lassen. Der kostenlose Solar-Offerte-Check von EnergieSchweiz liefert dazu eine unabhängige Einschätzung.
Über die Laufzeit rechnen, nicht nur den Kaufpreis
Arbeitspreis und Rückliefervergütung Ihres Netzbetreibers in den Rechner eintragen, Wechselrichter-Ersatz einplanen und die Nettoinvestition nach Förderung und Steuerabzug ansetzen. Erst dann zeigt sich, ob eine grössere Anlage oder ein Speicher wirtschaftlich ist.
Für Ihr Dach geprüft statt nachgelesen
Was kostet die Anlage auf Ihrem Dach?
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Häufige Fragen
#Quellen
#Massgeblich sind die zuständigen Stellen. Prüfen Sie verbindliche Details – Beträge, Fristen und Auflagen – immer am konkreten Objekt und am aktuellen Stand der jeweiligen Behörde.