Kurzantwort
Was kostet eine Solaranlage für ein Einfamilienhaus?
Orientierung für Eigentümerinnen und Eigentümer in der ganzen Schweiz, die vor der ersten Offerte eine belastbare Grössenordnung wollen: Richtpreise pro Kilowatt aus der amtlichen Preisbeobachtung, die aktuelle Bundesförderung, ein nachgerechnetes Beispiel und die Faktoren, die eine Offerte nach oben oder unten bewegen.
Wichtig
Alle Preisangaben sind Medianwerte aus der BFE-Preisbeobachtungsstudie 2025 (Datenbasis: 1'686 Anlagen, davon 1'598 Aufdachanlagen; Offerten und Rechnungen aus dem Jahr 2025; ohne Mehrwertsteuer) und die Fördersätze aus der Energieförderungsverordnung, Rechtsstand 1. Januar 2026, beides geprüft am 3. September 2026. Sie sind Orientierungswerte, keine Offerte: Dachform, Statik, Gerüst, Elektroinstallation, Anfahrt und regionale Preisunterschiede – die Studie zeigt tiefere Preise im Norden der Schweiz – bewegen den Preis einer konkreten Anlage deutlich. Förderbeträge ändern sich regelmässig; massgeblich ist der Satz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme.
Auf einen Blick
Die Eckwerte: Was kostet eine Solaranlage in der Schweiz?
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Median 2–10 kW | CHF 2'497 pro kW ohne MWST (Quartile 2'096 bis 3'114) |
| Median 10–30 kW | CHF 1'911 pro kW ohne MWST (Quartile 1'659 bis 2'237) |
| Beispiel 8 kW angebaut | rund CHF 20'000 vor Förderung, CHF 2'880 Einmalvergütung |
| Einmalvergütung unter 30 kW | 360 Franken pro kW angebaut, 400 integriert; kein Grundbeitrag (seit 1.4.2025) |
| Batteriespeicher | Median 686 Franken pro kWh unter 10 kWh, 504 Franken bei 20–30 kWh |
| Preistrend | 2025 minus 4 bis 9 % gegenüber 2024; Stabilisierung 2026 erwartet |
Entscheidungen
Woran sich der richtige Weg entscheidet.
Die Anlagengrösse ist der mit Abstand wichtigste Kostenfaktor – pro Kilowatt wird es mit jeder Klasse günstiger. Die BFE-Preisbeobachtungsstudie 2025 nennt für Aufdachanlagen folgende Medianwerte ohne Mehrwertsteuer: 2–10 kW CHF 2'497 pro kW, 10–30 kW CHF 1'911, 30–100 kW CHF 1'428, 100–300 kW CHF 1'102. Wer das Dach etwas voller belegt, zahlt zwar mehr im Total, aber weniger pro Kilowatt – und der Mehrverbrauch durch Wärmepumpe oder Elektroauto kommt meist ohnehin.
Der Median ist kein Festpreis, sondern die Mitte einer breiten Verteilung: In der Klasse 2–10 kW lagen 25 Prozent der Anlagen unter CHF 2'096 pro kW und 25 Prozent über CHF 3'114, in der Klasse 10–30 kW zwischen CHF 1'659 und CHF 2'237. Eine Offerte deutlich über dem oberen Quartil verdient eine Nachfrage nach dem Grund – ein komplexes Dach, Gerüst, Speicher oder Elektroarbeiten können ihn liefern; eine Offerte weit darunter verdient dieselbe Frage.
Rechenbeispiel Einfamilienhaus, 8 kW angebaut, Rechtsstand 2026: 8 kW × CHF 2'497 = CHF 19'976 ohne Mehrwertsteuer (Quartilsspanne 8 × 2'096 bis 8 × 3'114 = CHF 16'768 bis 24'912). Einmalvergütung: 8 kW × CHF 360 = CHF 2'880 bei angebauter, 8 × CHF 400 = CHF 3'200 bei integrierter Bauweise. Nettoinvestition vor Steuern und kantonalen Beiträgen: rund CHF 17'100 bis 16'800. Der Steuerabzug für Anlagen auf bestehenden Gebäuden und allfällige kantonale oder kommunale Beiträge kommen zusätzlich dazu und hängen vom Wohnort ab.
Die Einmalvergütung des Bundes ist seit dem 1. April 2025 ein reiner Leistungsbeitrag; der frühere Grundbeitrag ist auf null gesetzt. Gemäss Anhang 2.1 der Energieförderungsverordnung gelten für Anlagen unter 30 kW 360 Franken pro kW (angebaut, freistehend) beziehungsweise 400 Franken pro kW (integriert), für 30 bis unter 100 kW 300 beziehungsweise 330 Franken, ab 100 kW 250 Franken. Anlagen ohne Eigenverbrauch unter 150 kW erhalten mit der hohen Einmalvergütung 450 Franken pro kW; Fassadenanlagen ab 75 Grad Neigung einen Bonus von 200 (angebaut) beziehungsweise 400 Franken (integriert) pro kW. Die Einmalvergütung deckt laut Bund maximal 30 Prozent der Investitionskosten einer Referenzanlage.
Hinter dem Preis stehen acht Kostenblöcke: Module, Wechselrichter, Montagesystem, Elektromaterial, Baustellensicherung, Arbeit, Planung und Verwaltung des Installationsbetriebs sowie Logistik. Bei kleinen Anlagen unter 100 kW ist die Arbeit der grösste Block, die Module machen nur rund 10 Prozent aus – bei grossen Anlagen sind es fast 28 Prozent. Die Baustellensicherung allein kostet bei kleinen Anlagen rund 14 Prozent. Sinkende Modulpreise – 2025 rund 70 Franken pro kW tiefer als 2024, mittlerweile bei etwa 100 Franken pro kW – schlagen bei einem Einfamilienhaus deshalb nur begrenzt durch.
Ein Batteriespeicher ist ein eigener Kostenblock und wurde 2025 deutlich günstiger: Speicher unter 10 kWh wurden gemäss BFE-Studie zu einem Medianpreis von 686 Franken pro kWh verkauft, Speicher von 20 bis 30 kWh zu 504 Franken pro kWh – jeweils im Rahmen einer Neuinstallation, bei der Planung, Logistik und Administration mit der PV-Anlage geteilt werden. Ein 10-kWh-Speicher liegt damit grob bei CHF 6'900. Ob er sich rechnet, hängt vom Verbrauchsprofil und den lokalen Tarifen ab und gehört in eine separate Rechnung, nicht pauschal in die Offerte.
Der Trend spricht nicht fürs Warten: Nach dem Preisanstieg 2022/2023 sind die Kosten 2024 um über 20 Prozent und 2025 nochmals um 4 bis 9 Prozent gesunken; fast alle Leistungsklassen liegen heute unter dem bisherigen Tiefstand von 2020. Für 2026 erwartet die Studie eine Stabilisierung, weil sich die Modulpreise eingependelt haben und im zweiten Halbjahr 2025 kein weiterer Rückgang bei den Offerten zu beobachten war. Wer wartet, spart voraussichtlich wenig – und verliert Ertrag und Einmalvergütung für jedes Jahr ohne Anlage.
Ablauf
So bleibt das Projekt sauber geführt.
- 1
Grössenordnung bestimmenLeistung in kW aus Dachfläche und Stromverbrauch ableiten – Sonnendach.ch liefert dafür die erste Einschätzung. Mit dem Medianwert der passenden Leistungsklasse (2–10 kW: CHF 2'497 pro kW; 10–30 kW: CHF 1'911 pro kW, jeweils ohne Mehrwertsteuer) ergibt sich die erwartbare Bandbreite vor Förderung.
- 2
Förderung abziehenEinmalvergütung mit dem Pronovo-Tarifrechner unverbindlich berechnen (unter 30 kW: 360 Franken pro kW angebaut, 400 integriert), zusätzlich kantonale und kommunale Programme über energiefranken.ch prüfen und den Steuerabzug für Anlagen auf bestehenden Gebäuden im eigenen Kanton klären.
- 3
Drei Offerten auf gleicher Basis einholengleiche Leistung, vergleichbare Komponenten, alle acht Kostenblöcke sichtbar – inklusive Gerüst, Elektroarbeiten, Netzanmeldung und Inbetriebnahme. Speicher und Wallbox als separate Positionen ausweisen lassen, damit der reine PV-Preis vergleichbar bleibt.
- 4
Offerten gegen die Statistik lesenLiegt der Preis pro Kilowatt innerhalb der Quartilsspanne der eigenen Leistungsklasse? Abweichungen nach oben und unten begründen lassen. Der kostenlose Solar-Offerte-Check von EnergieSchweiz liefert dazu eine unabhängige Einschätzung.
- 5
Über die Laufzeit rechnen, nicht nur den KaufpreisEigenverbrauch, Rückliefervergütung, Wechselrichter-Ersatz nach 10 bis 15 Jahren und die Nettoinvestition nach Förderung gehören in dieselbe Rechnung. Erst dann zeigt sich, ob eine grössere Anlage oder ein Speicher wirtschaftlich ist.
Checkliste
Fragen, die vor der Offerte geklärt sein sollten.
- Median 2025: CHF 2'497 pro kW bei 2–10 kW, CHF 1'911 pro kW bei 10–30 kW (ohne MWST)
- Einmalvergütung seit 1. April 2025: 360 bis 400 Franken pro kW, kein Grundbeitrag mehr
- Preistrend: minus 4 bis 9 Prozent gegenüber 2024, Stabilisierung für 2026 erwartet
- Was den Preis treibt: Anlagengrösse, Arbeitskosten, Dachart, Speicher
FAQ
Weitere Fragen: Was kostet eine Solaranlage in der Schweiz?
Quellen
Amtliche Quellen & Referenzen.
Massgeblich sind die zuständigen Stellen. Prüfen Sie verbindliche Details – Beträge, Fristen und Auflagen – immer am konkreten Objekt und am aktuellen Stand der jeweiligen Behörde.
- Photovoltaikmarkt: Preisbeobachtungsstudie 2025 (Abschlussbericht, 3. August 2026)Bundesamt für Energie / EnergieSchweiz
- Energieförderungsverordnung, Anhang 2.1: Ansätze der EinmalvergütungBund (Fedlex, SR 730.03)
- Faktenblatt: Förderung von Photovoltaikanlagen – Einmalvergütung, gleitende Marktprämie und BoniBundesamt für Energie
- Einmalvergütung (EIV): Programme und GesuchPronovo AG
- Tarifrechner: Förderbeitrag unverbindlich berechnenPronovo AG
- Solar-Offerte-Check: Offerten unabhängig prüfen lassenEnergieSchweiz (Bund)