Kurzantwort
Kann ich im Kanton Uri mit Nachbarn eine LEG gründen?
Eine LEG im energieUri-Netzgebiet verbindet PV-Produzenten und Endverbraucher über das öffentliche Netz. Dafür müssen alle Anschlüsse in derselben politischen Gemeinde, im Netzgebiet von energieUri und auf derselben Netzebene liegen; die Erzeugungsleistung muss mindestens 5 % der Anschlussleistung der Teilnehmenden betragen. Smart Meter, interne Abrechnung und drei Monate Vorlauf gehören vor die Anmeldung.
Wichtig
Stand 8. September 2026: Die 5-%-Quote, Gemeinde- und Netzgebietsgrenze sowie der dreimonatige Vorlauf stammen für die praktische Umsetzung aus den aktuellen energieUri-Informationen und den bundesrechtlichen LEG-Regeln. Sie gelten hier nicht pauschal für jeden Anschluss im Kanton Uri. Ausserhalb des energieUri-Verteilnetzes, bei einer anderen Netzebene oder bei einer Gemeindegrenze muss der zuständige Netzbetreiber die konkrete Lösung bestätigen; eine EnergieUri-Auskunft ersetzt diese Prüfung nicht.
Auf einen Blick
Die Eckwerte: LEG-Photovoltaik Uri
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Produktionsquote | Mindestens 5 % der Anschlussleistung der teilnehmenden Endverbraucher |
| Gebiet | energieUri-Netzgebiet und dieselbe politische Gemeinde |
| Messung | Intelligente Messsysteme für die relevanten Anschlüsse |
| Vorlauf | LEG-Antrag mindestens 3 Monate vor der Gründung |
| Rechtsrahmen | Art. 17d StromVG und Art. 19e ff. StromVV |
Entscheidungen
Woran sich der richtige Weg entscheidet.
Das energieUri-Netzgebiet ist die erste Grenze: Eine Adresse im Kanton Uri reicht nicht als Nachweis. energieUri beschreibt ihre LEG-Leistung für Anschlüsse in ihrem eigenen Verteilnetz; ausserhalb dieses Gebiets muss der zuständige Netzbetreiber die Voraussetzungen und den Anmeldeweg bestätigen.
Gemeinde und Netzebene entscheiden über die Zusammenstellung: Die energieUri-Voraussetzungen nennen dieselbe politische Gemeinde, und die bundesrechtliche LEG-Logik verlangt Anschlüsse auf derselben Netzebene. Zwei nahe Gebäude in verschiedenen Gemeinden gehören deshalb nicht automatisch in eine gemeinsame LEG.
Die 5-%-Quote wird aus Anschlussleistung berechnet, nicht aus Dachfläche oder Jahresverbrauch. Erreichen die teilnehmenden Endverbraucher zusammen 100 kW Anschlussleistung, muss die eingebrachte Produktionsleistung mindestens 5 kW betragen; mit zusätzlichen Verbrauchsstellen steigt die Bezugsgrösse.
Intelligente Messung ist keine spätere Komfortfunktion: Für die Zuordnung des lokal ausgetauschten Stroms müssen die relevanten Anschlüsse und Erzeugungsanlagen messrechtlich korrekt erfasst werden. Fehlende Smart Meter, unklare Zählerzuordnung oder ein nicht abgestimmtes Messkonzept können die Anmeldung verzögern.
Die Wirtschaftlichkeit entsteht nicht allein durch den PV-Ertrag. Die LEG nutzt das öffentliche Verteilnetz mit reduzierten Netznutzungskosten; daneben bleiben lokaler Energiepreis, Reststrom, Messung, Abgaben und interne Abrechnung getrennte Positionen. EnergieUri vergütet Überschüsse, legt aber nicht den internen Solarstrompreis der LEG fest.
Der Starttermin ist technisch und organisatorisch gebunden: energieUri verlangt für die LEG-Gründung einen Vorlauf von mindestens drei Monaten. Diese Frist betrifft die Anmeldung bei energieUri; sie ersetzt weder die Netzanschlussplanung der PV-Anlage noch die Abstimmung von Messung, Vertretung und interner Abrechnung.
Ablauf
So bleibt das Projekt sauber geführt.
- 1
Versorgungsgebiet und Projektziel abgrenzenFür jede Liegenschaft Adresse, politische Gemeinde, Netzbetreiber, Messpunkt und vorhandene oder geplante PV-Anlage erfassen. Erst die energieUri-Zuständigkeit entscheidet, ob die Anbieterbedingungen dieses Ratgebers passen.
- 2
Teilnehmende und Anschlussleistungen sammelnProduzenten, Speicher und Endverbraucher mit ihren Messstellen auflisten und die Anschlussleistung jeder Verbrauchsstelle dokumentieren. Die Summe bildet die Bezugsgrösse für die mindestens 5 % Produktionsleistung nach Art. 19e StromVV.
- 3
Gemeinde, Netzebene und Topologie vorprüfenAbklären, ob alle Anschlüsse im energieUri-Netz, in derselben politischen Gemeinde und auf derselben Netzebene liegen. Die räumliche Nähe auf einer Karte ersetzt keine technische Bestätigung durch energieUri.
- 4
PV-Leistung und Messkonzept aufeinander abstimmenDie geplante Erzeugungsleistung gegen die 5-%-Quote rechnen und festlegen, wie PV-Anlage, Speicher und Verbrauch gemessen werden. Für die LEG müssen die relevanten Messstellen mit intelligenten Messsystemen abrechenbar sein.
- 5
Betriebs- und Abrechnungsmodell schriftlich festlegenVor der Anmeldung bestimmen, wer die LEG vertritt, wie der lokale Solarstrompreis festgelegt wird und wer interne Rechnungen erstellt. EnergieUri liefert Reststrom und vergütet Überschüsse; die interne Organisation bleibt bei der LEG.
- 6
LEG-Antrag mindestens drei Monate vorher einreichenDen energieUri-LEG-Antrag mit den Teilnehmer-, Anlagen- und Messdaten übermitteln und den geplanten Starttermin nennen. Erst nach der technischen Prüfung sollten PV-Montage, Messereinbau, Speicherbetrieb und interne Abrechnung definitiv terminiert werden.
Checkliste
Fragen, die vor der Offerte geklärt sein sollten.
- energieUri-Netzgebiet, politische Gemeinde und Netzebene der beteiligten Anschlüsse abgleichen
- Die 5-%-Produktionsquote mit der gesamten Anschlussleistung der Endverbraucher berechnen
- Smart Meter, Messkonzept und Zuständigkeit für die interne Stromabrechnung vor der Anmeldung festlegen
- Drei Monate Vorlauf sowie lokale Energie-, Netz- und Messkosten in die Wirtschaftlichkeitsrechnung aufnehmen
FAQ
Weitere Fragen: LEG-Photovoltaik Uri
Quellen
Amtliche Quellen & Referenzen.
Massgeblich sind die zuständigen Stellen. Prüfen Sie verbindliche Details – Beträge, Fristen und Auflagen – immer am konkreten Objekt und am aktuellen Stand der jeweiligen Behörde.